
Cocktails shaken oder rühren
Wer zu Hause Cocktails mixt, steht früher oder später vor der Frage: Muss ich diesen Drink wirklich shaken – oder reicht es, ihn zu rühren? Die kurze Antwort: Ja, die Technik macht einen spürbaren Unterschied. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Faustregeln weisst du als Einsteiger:in sehr schnell, was wann sinnvoll ist.
Arbeitszeit
20 min
Gesamtzeit
30 min
Niveau
Leicht
Fragen? Peter Jauch beantwortet sie dir!
Egal ob du shakst, rührst oder direkt im Glas mischst – am Ende beeinflusst die Technik immer drei Dinge:
Temperatur: Wie kalt wird der Drink?
Verdünnung: Wie viel Schmelzwasser vom Eis landet im Cocktail?
Textur: Wie fühlt sich der Drink an? Klar und seidig oder eher cremig und luftig?
Shaken kühlt sehr schnell, sorgt für relativ starke Verdünnung und bringt Luft in den Drink. Das Ergebnis: lebendig, oft leicht trüb, mit weicher Textur. Rühren ist deutlich sanfter. Der Cocktail wird kühl und leicht verdünnt, bleibt aber klar und wirkt elegant und „straight“.
Zubereitung von Cocktails shaken oder rühren
Die einfache Grundregel: Zutaten bestimmen die Technik
Die einfache Grundregel: Zutaten bestimmen die Technik
Statt dir hunderte Rezepte zu merken, kannst du dich an einer einfachen Unterscheidung orientieren:
Shaken, wenn im Drink unterschiedliche Konsistenzen zusammenkommen: vor allem Zitrussaft, Sirup, Sahne, Eiweiss, Pürees oder andere nicht-klare Zutaten.
Rühren, wenn der Cocktail nur aus klaren, alkoholischen Komponenten besteht – oder klaren Alternativen im alkoholfreien Bereich.
Direkt im Glas bauen, wenn es um Longdrinks mit viel Filler und Eis geht (Tonic, Ginger Beer, Soda, Cola).
Mit dieser Logik triffst du bei einem grossen Teil der gängigen Rezepte bereits die richtige Entscheidung.
Wann & wie shaken?
Wann shaken?
Shaken ist die Technik für Drinks, die Bewegung und Emulsion brauchen. Ziel ist es, Zutaten, die sich von Natur aus nicht so einfach verbinden, zu einer homogenen, luftigen Mischung zu vereinen.
Typische Fälle für den Shaker:
Cocktails mit Zitrussäften (Zitrone, Limette, Grapefruit)
Drinks mit Zucker- oder Fruchtsirupen
Cocktails mit Eiweiss (klassische Sours mit Schaumkrone)
Drinks mit Sahne, Kokosmilch oder anderen milchigen Komponenten
viele moderne alkoholfreie Cocktails auf Basis von Saft, Tee oder Cordials
Beispiele (klassisch oder alkoholfrei gedacht):
Whisky Sour / Sour-Varianten: Spirituose + Zitrussaft + Zucker + optional Eiweiss
Daiquiri-Style: Rum (oder Rum-Alternative) + Limette + Zucker
Sour alkoholfrei: alkoholfreie „Base“ (z. B. Tee, alkoholfreier Gin etc.) + Zitrussaft + Sirup
So einfach shaked man richtig: Shaker mit Eis füllen, alle Zutaten hineingeben, gut verschliessen und 10–15 Sekunden kräftig schütteln, bis der Shaker von aussen richtig kalt ist. Anschliessend in das passende Glas abseihen – je nach Rezept mit oder ohne frisches Eis.
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Wann & wie rühren?
Wann & wie rühren?
Rühren ist die Technik für klare, kräftige Drinks, bei denen es um Präzision und Eleganz geht. Der Cocktail soll kühl und leicht verdünnt werden, aber optisch und sensorisch klar bleiben.
Gerührt werden typischerweise Cocktails, die nur aus klaren Zutaten bestehen:
Spirituosen (z. B. Gin, Whisky, Rum, Vermouth)
Liköre mit klarer Textur
klare, alkoholfreie Alternativen, wenn du No- oder Low-ABV-Varianten baust
Klassische gerührte Drinks sind:
Martini (Gin oder Vodka mit trockenem Vermouth)
Negroni (Gin, roter Wermut, Bitteraperitif)
Manhattan (Whisky, roter Vermouth, Bitters)
Gleiches Prinzip gilt für alkoholfreie Versionen: Wenn dein Drink nur aus klaren Komponenten besteht, die sich gut miteinander vermischen, wird er gerührt.
So rührt man in der Praxis: Rührglas oder ein robustes Glas mit Eis füllen, Zutaten dazugeben und 15–20 Sekunden ruhig rühren. Ziel: kühlen und etwas verdünnen, ohne Luft einzuschlagen. Dann in ein frisches, gekühltes Glas abseihen – meist ohne Eis.
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Drink direkt im Glas
Direkt im Glas: die dritte, oft unterschätzte Option
Die dritte Kategorie ist die, die im Alltag am häufigsten vorkommt – und am wenigsten Respekt einflösst: Cocktails direkt im Glas bauen.
Das macht Sinn, wenn:
du einen Longdrink oder Highball mixt,
mit viel Eis und einem Filler arbeitest,
der Drink unkompliziert und erfrischend sein soll.
Beispiele:
Gin & Tonic oder alkoholfreier G&T
Moscow Mule / Ginger-Highball mit Ginger Beer
Cuba Libre oder Cola-Varianten
Spritz-Drinks (mit oder ohne Alkohol)
Die Vorgehensweise ist simpel: Glas mit Eis füllen, Basis (Spirituose oder alkoholfreie Alternative) dazugeben, mit Tonic, Soda, Ginger Beer oder Cola auffüllen, kurz umrühren – fertig.
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Drei Entscheidungen, die fast alles abdecken
Drei Entscheidungen, die fast alles abdecken
Für Einsteiger:innen und Hobby-Mixende muss Cocktailtechnik nicht kompliziert sein. Wenn du dir diese drei Punkte merkst, bist du bei den meisten Drinks auf der sicheren Seite:
1
Shaken: bei Saft, Sirup, Eiweiss, Sahne & Co. – Ergebnis: kalt, lebendig, eher trüb, mit luftiger Textur.
2
Rühren: bei klaren, überwiegend alkoholischen Drinks (oder klaren Alternativen). – Ergebnis: klar, seidig, elegant, eher kräftig.
3
Im Glas bauen: bei Longdrinks mit viel Eis und Filler. – Ergebnis: unkompliziert, schnell, perfekt für den Alltag.
So wird aus der Frage „Shaken oder rühren?“ kein Stressfaktor, sondern ein einfacher Schritt auf dem Weg zu besseren Drinks – auch in der Homebar.






Hast du Fragen zu diesem Rezept?
Spirituosen Sommelier Peter Jauch beantwortet sie.
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